Neubau Kraftwerk Pielmühle

Übersicht der geplanten Anlage mit VLH-Turbinen und neuer Fischaufstiegsanlage.

Übersicht der geplanten Anlage mit VLH-Turbinen und neuer Fischaufstiegsanlage.

Blick auf das Wehr Pielmühle Richtung Westen.

Blick auf das Wehr Pielmühle Richtung Westen.

Bildnachweis: Bayer. Landeskraftwerke GmbH
Blick auf das Wehr Pielmühle Richtung Osten.

Blick auf das Wehr Pielmühle Richtung Osten.

Bildnachweis: Bayer. Landeskraftwerke GmbH

Die Bayerische Landeskraftwerke GmbH plant in Zusammenarbeit mit dem Regensburger Energie- und Wasserversorgungsunternehmen REWAG an der bestehenden Wehranlage Pielmühle am Regen auf dem Gebiet der Gemeinde Zeitlarn und des Marktes Lappersdorf den Bau einer besonders umweltverträglichen Wasserkraftanlage.

Basisinformationen

Allgemein Kraftwerk Pielmühle
Betreiber: Bayer. Landeskraftwerke GmbH, Nürnberg
REWAG, Regensburg
Planung: RMD-Consult GmbH, München
Technik: 2 Very Low Head (VLH)-Turbinen
Fallhöhe: ca. 1,70 m
Durchfluss: 36 m³/s
Leistung: ca. 500 KW
Jahresarbeit: ca. 3,00 Mio. kWh

Technisches Konzept

Die VLH-(Very Low Head)Turbine der Firma MJ2 Technologies (Frankreich) wird sowohl aufgrund ihrer langsamen Drehzahl, als auch durch eine optimierte Turbinenschaufel als fischverträglich eingestuft. Durch ihre kompakte Bauform und der Einsatzmöglichkeit bei geringen Fallhöhen eröffnen sich besondere Vorzüge für den Einbau in bestehende Querbauwerke.

Der Turbinentyp ist für Fallhöhen ab 1,50 m bis ca. 4 m einsetzbar, die Ausbauwassermenge liegt bei 8 bis 30 m³/s, die standardisierten Baugrößen von Ø 3,15 bis 5 m bieten eine Leistung von 100 - 450 kW.

Die Turbine besteht aus einem Laufrad mit regulierbaren Schaufeln und starrem Leitapparat. Der Generator mit Permanentmagneten ist mit der Turbineneinheit ohne Getriebe direkt gekoppelt, erlaubt variable Drehzahlen und ist somit für veränderliche Fallhöhen geeignet.

Die auffallend langsame Drehzahl der Turbine (15 – 20 U/min), die geringen Druckänderungen beim Turbinendurchgang und der geringe Laufspalt zwischen Turbinenrädern und Gehäuse erfüllen die Anforderungen an fischverträgliche Turbinen. Praxistests in 2008 haben als Überlebensrate für eingebrachte Aale beim Turbinendurchgang ca. 97 % ergeben. Verbesserungen an den Turbinenschaufeln haben bei erneuten Tests Ende 2010 eine Überlebensrate bei Aalen von 100 % gezeigt. Zu Wartungszwecken kann die gesamte Kraftwerkseinheit durch Hydraulikzylinder aus seiner schrägen Betriebsstellung in eine waagrechte Position komplett aus dem Abflussbereich herausgedreht werden.
(Quelle: Aufsatz Overhoff)

Aktueller Projektstand

Nach intensiver Planung und Erstellung von Umweltgutachten wurden die Antragsunterlagen für das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren Ende 2012 beim Landratsamt Regensburg eingereicht. Besonderer Wert wurde dabei auf die Umweltverträglichkeitsprüfung, das fischökologische Gutachten, die FFH-Verträglichkeit und auf die Strömungssituation, insbesondere hinsichtlich der angrenzenden Freizeitnutzung gelegt.

Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung und dem Erörterungstermin prüfen derzeit die Genehmigungsbehörden und Fachstellen das Vorhaben.

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