Innovative Fischaufstiegsanlagen

Fischlift

Seit einigen Jahren bieten verschiedene Hersteller sogenannte Fischlift-Systeme an. Dabei befördert ein Korb die Fische mittels Schwimmkörper in einem Schachtbauwerk vom Unterwasser ins Oberwasser oder auch umgekehrt.
Einer kontinuierlichen Lockströmung folgend gelangen die Fische in den Korb, werden sanft gehoben und schwimmen nach dem Hebevorgang wieder aus.
Diese innovative Fischaufstiegslösung kann bei geringem Platzbedarf eine große Fallhöhe bewältigen. Durch die Positionierung des Fischeinstiegs direkt neben dem Auslauf einer Wasserkraftanlage besteht eine optimale Anbindung an die für die Fischwanderung wesentliche Leitströmung.
Der Durchfluss für die Lockströmung kann mit einer kleinen Turbine auch energetisch genutzt werden.

Fischschleuse

Bei der Fischschleuse geschieht der Übergang vom Unterwasser ins Oberwasser nicht durch einen Hebevorgang, sondern durch einen Druckausgleich in einer zwischen Oberwasser und Unterwasser angeordneten Schleusenkammer.
Die Fische folgen der Lockströmung in die Kammer. Nach dem Schließen des Verschlusses auf der Unterwasser-Seite wird der Druck in der Kammer langsam auf den Druck im Oberwasser erhöht. Nach dem Öffnen des Oberwasser-seitigen Verschlusses wandern die Fische auf der gleichen Sohllage weiter.
Die für die Lockströmung erforderliche Wassermenge kann durch eine kleine Turbine energetisch genutzt werden.
Die Kombination von Fischschleuse und energetischer Nutzung wurde von der Kraftwerk am Höllenstein AG entwickelt und erstmals am Wasserkraftwerk Höllenstein eingesetzt. Aufnahmen mit einer fest installierten Unterwasser-Kamera zeigen, dass eine überraschend große Zahl von Fischen diese Aufstiegsmöglichkeit nutzt.

Weitere Informationen:
vimeo.com/98725549
Urheber: „© Wolfgang Fischer“,"Kraftwerk am Höllenstein AG"

Fischaufstiegsschnecke

Eine Sonderform sind Doppelschnecken. Eine äußere Wasserkraftschnecke zur Energiegewinnung umhüllt eine gegenläufig gewundene Schnecke für den Fischaufstieg.

Der Energieaufwand für den Antrieb der Aufstiegsschnecke ist nicht völlig verloren. Das nach oben geförderte Wasser fließt auf dem Weg nach unten durch die Turbine und erzeugt dabei elektrische Energie.

Erst seit wenigen Jahren werden Schnecken auch für den Fischaufstieg eingesetzt. Die Schnecke befindet sich jeweils in einem geschlossenen Rohr und ist fest mit diesem verbunden. Das langsam drehende, von einem Elektromotor angetriebene Rohr entnimmt mit der Schnecke Wasser möglichst nahe am Auslauf eines Kraftwerks und fördert es mit den Fischen in das Oberwasser.
Besonders geeignet ist diese Aufstiegstechnik in Verbindung mit Wasserkraftschnecken. Dann muss sowieso eine Rampe für die Wasserkraftschnecke geschaffen werden, auf der direkt daneben die Aufstiegsschnecke platziert werden kann.

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